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Margarete Beutler (1876-1949)

Liebeslied

Potz, Deubelsdreck und Schwerebrett,
Ick jeh mit Jette Lück zu Bett.
Jette, komm in`t Heu mit mich;
Sieben Kinder mach ick dich;

Willstu nich, denn willstu nich,
Aber haben muss ick dich,
Denn mir puderts fürchterlich.
Jette, komm in`t Heu zu mich!























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Margarete Beutler (1876-1949)


Nur eines wird nicht vergeben

Nur eines wird nicht vergeben,
Die die treibende Kraft zerbricht –
Das ist die Sünde gegen das Leben –
Ich bin das Leben: Ich sündige nicht.




Friederike Brun (1765-1835)


Ich denke dein

Ich denke dein, wenn sich im Blütenregen
Der Frühling malt;
Und wenn des Sommers mild gereifter Segen
In Ähren strahlt.

Ich denke dein, wenn sich das Weltmeer tönend
Gen Himmel hebt,
Und vor der Wogen Wut das Ufer stöhnend
Zurücke bebt.

Dein denk' ich, wenn der junge Tag sich golden
Der See enthebt,
An neugebornen zarten Blumendolden
Der Frühtau schwebt.

Ich denke dein, wenn sich der Abend rötend
Im Hain verliert,
Und Philomelens Klage leise flötend
Die Seele rührt.

Dein denk' ich, wenn im bunten Blätterkranze
Der Herbst uns grüßt;
Dein, wenn, in seines Schneegewandes Glanze,
Das Jahr sich schließt.

Am Hainquell, ach! im leichten Erlenschatten
Winkt mir dein Bild!
Schnell ist der Wald, schnell sind die Blumenmatten
Mit Glanz erfüllt.

Beim trüben Lampenschein, in bittern Leiden,
Gedacht' ich dein!
Die bange Seele flehte nah' am Scheiden:
"Gedenke mein!"

Ich denke dein, bis wehende Zypressen
Mein Grab umziehn;
Und selbst in Lethe's Strom soll unvergessen
Dein Name blühn!

So lange, lange ist man tot …




Hildegard von Bingen (1098-1179)


Liebe tränkt das All

Seit dem Friedenskuss des Allerhöchsten
durchtränkt die Liebe das All.
Alles Geschaffene schließt sie
überströmend liebend ein.























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